TUFFSTEIN, TRASS & TRASSZEMENTE

Baustoffklassik vereint Tradition und Moderne.

Tuffstein verdankt seine Entstehung der Vulkantätigkeit in der Osteifel. Getrocknet und zementfein gemahlen wird er als Trass bezeichnet. Beide Erscheinungsformen finden als Naturbaustoffe seit Jahrtausenden als Werkstein sowie als Zuschlagstoff für die Herstellung von Bindemitteln Verwendung. Seine Geschichte macht diesen Rohstoff einzigartig und für Geologen und Vulkanologen interessant.

Der Berufsverband Deutscher Geowissen- schaftler e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften haben den Tuff zum Gestein des Jahres 2011 bestimmt. In der Begründung für die Wahl wird besonders hervorgehoben, dass Tuffgesteine nicht nur wissenschaftlich, sondern durch die jahrtausendelange Verwendung als Werkstein und Bindemittelbestandteil für die Architekturgeschichte Deutschlands von außergewöhnlicher Bedeutung sind.
Bereits die Römer gewannen im Untertagebau Tuffstein um ihn als Baumaterial für ihre Siedlungen und Befestigungsanlagen entlang des Rheines zu verwenden. In den folgenden Jahrhunderten wurden darüber hinaus viele Kirchen und Klöster daraus errichtet. Besonders schöne Beispiele sind die Abtei Maria Laach, das Kölner Rathaus und einige Kölner Kirchen.
Auch die Anwendung von Trass geht auf das Wissen römischer Baumeister zurück. Sie erkannten, dass ein Gemisch aus gebranntem

Kalk und Trass sowie Stein, Sand oder Bims unter Zugabe von Wasser zu druckfestem Stein auch unter Wasser erhärtete.
Ursächlich dafür, ist der im Trass enthaltene hohe Anteil an reaktionsfähiger Kieselsäure. Diese wiederum reagiert mit dem sich aus dem Branntkalk und Wasser bildenden Calcium-Hydrogenkarbonat zu Calciumsilikat-Hydraten. Nur mit diesem Vorläufer des heutigen Betons war es den Römern möglich, Wasserleitungen, Hafenmolen oder andere berühmte Bauwerke wie das Pantheon zu errichten.
Heute wird Trass von MEURIN in Verbindung mit Zementklinker und Hüttensand außerdem zu Zement vermahlen. Die Zugabe von Trass zum Zement bindet freien Kalk und behindert so unerwünschte Ausblühungen. Darüber hinaus entsteht durch die Kalkbindung ein sehr dichter Beton mit hoher Beständigkeit gegen aggressive Wässer.

diashow6
diashow9
diashow10
diashow12